Fallstudien – Wasserschaden

Abbruch- und Sanierungsarbeiten von Asbest

Selbst kleine Schäden können große Folgen haben. Auch für unser Team kann sich ein vermeintlich einfacher Sturmschaden schnell zu einer besonderen Herausforderung entwickeln. Vor allem, wenn es sich um ein 20.000 m² großes Dach mit hunderten Tonnen Asbest handelt. Wir haben unser Team bei den Abbruch- und Sanierungsarbeiten bei zwei Schadenfällen in Ostdeutschland begleitet.

Zwei Schadenfälle hintereinander

Ein Unglück kommt selten allein. Als langjährige Experten in der Schadensanierung haben wir bei unserer Arbeit oft erlebt, dass dieses Sprichwort leider häufig der Wahrheit entspricht. So etwa im Fall eines Kunden in Ostdeutschland: Dort wurden wir innerhalb einiger Monate gleich zu zwei Schäden nacheinander gerufen. Das Besondere: in beiden Fällen musste mit asbesthaltigem Material gearbeitet werden.61D82E76-E5AB-4B99-9258-7E8502E1AE1E~photo.JPG

Der erste Schaden ereignet sich in einer Rottehalle. Dort wird Bioabfall gelagert, der durch einen definierten Prozess zu Kompost verarbeitet wird. Dabei muss das Material regelmäßig umgewälzt werden. Durch einen technischen Defekt in einer dieser Anlagen bricht plötzlich ein Feuer aus, das die Dachkonstruktion beschädigt. Der Kunde beauftragt uns mit der Demontage des beschädigten Daches und der Dekontamination der beaufschlagten Flächen. Die besondere Herausforderung: das gesamte Dach besteht aus asbesthaltigem Material.

Asbest wurde in Deutschland bis in die späten 80er-Jahre aufgrund seiner technisch positiven Eigenschaften in zahlreichen Gebäuden verbaut. Allerdings geht von den Asbestfasern eine besondere Gefährdung aus: Asbest ist krebserregend. Aus diesem Grund wurde die Herstellung und Verarbeitung von Asbestprodukten in Deutschland verboten. Die Arbeiten mit dem Material erfordern heute strenge Schutzmaßnahmen, die in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 519 geregelt sind.

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Infrastruktur selbst schaffen

Da die beschädigte Halle in einem abgelegenen Gebiet liegt, muss unser Team die notwendige Infrastruktur selbst schaffen. Unsere eigenen Stromaggregate sorgen mit 210 kVA für ausreichend Energie (s. Seite 6). Für die Wasserversorgung werden Leitungen aus dem angrenzenden Wohngebiet gelegt. Neben vorgeschriebener Schutzkleidung und Atemschutz sind vor Ort auch besondere Hygienemaßnahmen zu beachten, sodass eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden muss. Durch den Einsatz unserer mobilen Dekontaminationsschleuse sind wir unabhängig von Dritten und dadurch flexibel (s. Seite 10).

Nachdem die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, wird zuerst das Asbest-Dach demontiert und fachgerecht verpackt. Die Ent-sorgung erfolgt später in Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Durch den Brand ist zusätzlich die Stahlkonstruktion beschädigt worden, deshalb muss die Konstruktion abgestrahlt und im Anschluss neu beschichtet werden. Die Beschichtung muss dabei entsprechend des stark ammoniakhaltigen Klimas und der hohen Luftfeuchtigkeit in der Halle gewählt werden.

Betriebsunterbrechungen auf ein Minimum reduzieren

Nach der Sanierung des Brandschadens kommt es einige Monate später am selben Ort zu einem erneuten Schaden an der Dachkonstruktion, diesmal aufgrund eines Sturms. In diesem Fall ist nicht nur eine der Rottehallen betroffen, sondern gleich drei - mit einer Gesamtfläche von über 20.000 m².

Bei der Kompostierung in den Rottenhallen gilt es, ganz bestimmte Zeitfenster einzuhalten, damit der Prozess erfolgreich ablaufen kann. Zeit ist also ein wichtiger Faktor, sodass wir alles daran setzen, die Betriebsunterbrechungen des betroffenen Kunden so gering wie möglich zu halten.

Durch die Erfahrungen aus der Schadensanierung einige Monate zuvor haben wir einen entscheidenden Vorteil. Die bereits vorhandene Infrastruktur und Ortskenntnisse ermöglichen es uns, Arbeitsschritte spürbar zu beschleunigen und die Demontage noch effizienter durchzuführen.

Je Halle werden nun ca. 150 Tonnen Asbest demontiert und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden entsorgt. Dank der schnellen Reaktion unseres Großschadenteams und der Erfahrungen aus der Asbest-Sanierung zuvor, kann die Betriebs-unterbrechung auf ein Minimum reduziert werden.