Unsere POLYGON Ente wieder im Auslandseinsatz

Unsere POLYGON Ente wieder im Auslandseinsatz

Nach dem erfolgreichen Einsatz in Argentinien führte es Paul Eixmann, Einsatzleiter der Windkraft Service-Abteilung bei POLYGON Deutschland, erneut ins Ausland – diesmal nach Chile. Mit dabei war wieder die POLYGON Ente, die ihn auch bei diesem Projekt begleitete. Ziel des Einsatzes war die Überprüfung des sogenannten Pitchwinkels von Windenergieanlagen. Dieser beschreibt den Neigungswinkel der Rotorblätter und ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Anlagen. Durch präzise Messungen wird sichergestellt, dass die Anlagen unter optimalen Bedingungen maximale Leistung erbringen können, die Windenergieanlage leise läuft und sich nicht aufschwingt oder sogar umkippt, wenn eine Fehlstellung im Pitchwinkel vorliegen sollte.

Für unseren Kunden war das Team in mehreren Windparks im Einsatz. Nach ersten organisatorischen Terminen in Santiago de Chile ging es weiter in Richtung Küste. Dort zeigte sich schnell, wie extrem die Bedingungen sein können: Während der Tag morgens bei rund 10 °C und dichtem Nebel begann, herrschten nur wenige Stunden später Temperaturen von bis zu 35 °C bei einem UV-Index von 16. Diese starken Kontraste machten die Arbeit im Feld besonders anspruchsvoll.

Eine der größten Herausforderungen stellte der Windpark in Antofagasta dar, der mitten in der Atacama-Wüste liegt, einem der trockensten Orte der Welt. Infrastruktur ist dort kaum vorhanden: Die nächste Tankstelle oder Einkaufsmöglichkeit sind mehrere Stunden entfernt. Das Team lebte daher in einem eigens eingerichteten Container-Camp direkt am Einsatzort. Trotz der normalerweise extrem trockenen Bedingungen sorgte ausgerechnet während des Aufenthalts der sogenannte bolivianische Winter für ungewöhnlich starke Regenfälle und Stürme. Straßen wurden zu Schlammflächen, Infrastruktur fiel zeitweise aus, und selbst die Unterkünfte waren nicht immer vollständig vor den Wetterbedingungen geschützt.

Die Abgeschiedenheit brachte jedoch auch besondere Eindrücke mit sich. Die klare Luft und die Höhenlage von bis zu 2.500 Metern ermöglichten einen beeindruckenden Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung. Entlang der Strecke waren immer wieder Teleskope zu sehen – ein Hinweis auf die außergewöhnlichen Beobachtungsbedingungen in dieser Region.

Auch abseits der Arbeit nutzte Paul die Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden. In San Pedro de Atacama erlebte er nach den Unwettern eine Region im Ausnahmezustand: kein Strom, kein Internet und von Schlamm bedeckte Straßen. Kurz darauf zeigte sich die Gegend jedoch wieder von ihrer typischen Seite, sodass Ausflüge ins Valle de la Luna, zum Pukará de Quitor, ins Death Valley zum Sandboarding sowie in den Cañón de Guatín möglich waren. In Antofagasta selbst bot sich ein ganz anderes Bild: Beim Stand-up-Paddling begegnete er Seelöwen, Rochen und sogar einem Pinguin; mit einer Drohne konnten zudem Wale vor der Küste beobachtet werden.

Ein weiterer Einsatz führte ihn in die Region um La Serena. Dort war er untergebracht und musste täglich mehrere Stunden zum abgelegenen Windpark pendeln. Die Region gilt zwar als attraktives Reiseziel mit langen Stränden und guten Surfbedingungen, erwies sich jedoch für den Arbeitsalltag als wenig praktikabel. Der Einsatz selbst blieb diesmal vergleichsweise kurz.

Anschließend ging die Reise weiter nach Peru – ein neues Einsatzgebiet für POLYGON Deutschland. Direkt nach der Ankunft in Lima stand ein umfassender Medical-Check an, der unter anderem Reaktions-, Fitness- und psychologische Tests umfasste. Kurz darauf reiste Paul weiter nach Nazca und von dort in den Windpark bei San Juan de Marcona. Die Anfahrt gestaltete sich aufwendig, da der Zugang zum Windpark streng reglementiert ist und nur autorisierte Fahrzeuge zugelassen sind. Die Arbeitstage begannen entsprechend früh, oft bereits um 5 Uhr morgens, und endeten erst am Abend.

Die Bedingungen vor Ort waren erneut extrem: Der Windpark liegt direkt an der Küste, wo starke und wechselhafte Winde herrschen. In Kombination mit hohen Temperaturen und der intensiven Sonneneinstrahlung der Wüste stellte dies hohe Anforderungen an Mensch und Technik. Die Vermessung der bis zu 148 Meter hohen Anlagen mit Rotorblättern von über 80 Metern Länge erforderte höchste Präzision und Erfahrung.

Trotz des straffen Zeitplans blieb ein kurzer Einblick in das Land möglich. Paul nahm Peru als kulturell vielfältig und landschaftlich beeindruckend wahr, mit sehr hilfsbereiten Menschen, aber auch einer etwas höheren Kriminalitätsrate als in Chile. Ein verlängertes Wochenende nutzte er schließlich für eine Reise nach Cusco und eine mehrtägige Wanderung zum Machu Picchu. Die Anreise gestaltete sich aufgrund von Protesten und kurzfristigen Planänderungen kompliziert, und auch die Wanderung selbst wurde durch starke Regenfälle erschwert. Schlammige Wege, Erdrutsche und einfache Zeltbedingungen verlangten einiges ab. Dennoch wurde die Tour durch spektakuläre Landschaften und besondere Momente, etwa Übernachtungen inmitten der Anden und Begegnungen mit Lamas, zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Nach dieser kurzen Auszeit kehrte Paul zurück nach Nazca, wo die Arbeiten über die Osterzeit hinweg unter guten Windbedingungen intensiv fortgesetzt und schließlich erfolgreich abgeschlossen wurden. Auch in Zukunft wird POLYGON in dieser Region aktiv bleiben und es ist bereits absehbar, dass weitere Einsätze in Südamerika folgen werden. Unsere POLYGON Ente dürfte also bald wieder auf Reisen mit Paul gehen.

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